Verliebt in Gedanken

29. Januar: ich erstelle ein leeres Word-Dokument, das ich „Verliebt in Gedanken“ nenne. Ich bin mir sicher, dass der Titel das Hochgefühl, das ich im Moment des Erstellens hatte, perfekt einfängt, und ich in einem ruhigen Moment sicher die Zeit finden werde, auszuformulieren, was ich damit meine.

11. April: die eben gelesenen Zeilen stellen den Anfang des Dokumentes dar. Bis dahin: kein Inhalt. Nüscht. Auch, weil es schlicht nicht so leicht ist, dieses Gefühl des „In-Gedanken-verliebt-Seins“ zu beschreiben, wenn man es gerade nicht hat. Gerade habe ich es ein bisschen. Das muss reichen, sonst füllt sich das Dokument hier nie, und das kann’s ja wohl auch nicht sein.

„Verliebt in Gedanken“ – der Titel ist, so viel Eigenlob muss sein, gar nicht sooo dumm gewählt. Denn was ich meine, sind mehrere Dinge: Verliebt in Gedanken, Verliebt in Gedanken und, vor allem, Verliebt in Gedanken. Kursiv macht’s nicht viel einfacher, aber naja, noch einfacher wird’s nicht. Manche Dinge im Leben sind echt gemein; meine Blogeinträge können dazugehören. Trotzdem kurz meine Vorstellungen besagter Szenarien, denn darum geht’s hier ja in erster Linie, das Denken kann und will ich euch nicht abnehmen:

Verliebt in Gedanken: im Sinne des klassischen „in Gedanken war ich ganz woanders“. Im Kontext „Verliebt in Gedanken“ also das typische Wegdriften, die positive Ablenkung, das Verliebtsein in irgendwas oder irgendwen.

Verliebt in Gedanken: emphasis on being in love. Die Gedanken sind der Rahmen, das Spielfeld, in dem man fühlen kann.

Verliebt in Gedanken: und hier wird’s wirklich spannend. „Gedanken lieben“. Ich liebe den Gedanken, dass xy klappen könnte. Viel interessanter: die Möglichkeit, einen Gedanken zu lieben – eine Vorstellung, etwas, das nicht real ist, eventuell gar nicht real sein will oder kann, als pure Projektionsfläche für Gefühle. Ein „was wäre, wenn…“ oder ein „wäre doch nur / hätte doch nur…“ als definierendes Erlebnis, in dem man sich verliert, regardless of its duration. Es gibt kaum Positiveres.

Wenn man es in die reale Welt übertragen kann, umso schöner. Wenn nicht, macht das wirklich einen Unterschied?

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